Strukturdaten der Stadt Zeil a. Main

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Zentralörtliche Bedeutung

Unterzentrum, kreisangehörige Stadt im Landkreis Haßberge, Region Main/Rhön, Regierungsbezirk Unterfranken, Sitz bedeutender Industriebetriebe.


Gemeindereform

Eingemeindet wurden die ehemaligen Gemeinden Bischofsheim am 01.01.1968, Ziegelanger am 01.07.1971, Schmachtenberg am 01.01.1972, Krum am 01.01.1978 und Sechsthal am 01.01.1978.


Fläche

Das gesamte Stadtgebiet umfaßt 3575 ha, davon 1596 ha Wald, 1363 ha Landwirtschaft, 77 ha Wasserfläche und 40 ha Rebland.


Höhe über NN

Zeil, Bahnhof: 226 m
Zeil, Haardtslinde: 249 m
Zeil, Käppele: 366 m


Lage

Zeil liegt am Main, am Fuße der Haßberge und gehört zum Naturpark Haßberge. Es liegt 7 km östlich der Kreisstadt Haßfurt, 30 km östlich von Schweinfurt und 26 km westlich von Bamberg.


Verkehrsanbindung

Zeil liegt an der B 26 und der St 2427. Die Autobahn Nürnberg - Würzburg ist über Gerolzhofen, Schweinfurt und Bamberg, die Autobahn Würzburg - Kassel über Schweinfurt erreichbar. Die Zufahrt zur Maintalautobahn A 70  erfolgt über Knetzgau oder Ebelsbach. Zeil liegt an der Bahnstrecke Bamberg - Würzburg.


Bevölkerung

Zum 31.12.2012 hatte die Stadt Zeil 5575 Einwohner.


Wirtschafts- und Sozialstruktur

Zeil war bis ins 19. Jahrhundert eine Ackerbürgerstadt. In dieser Zeit entwickelte sich das Steinhauerhandwerk zur Steinmetzindustrie (Werk- und Schleifsteine). Ende des 19. Jahrhunderts errichtete die Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg eine Weberei in Zeil. Die aufblühende Kugellagerindustrie in Schweinfurt bot zahlreiche Arbeitsplätze für Zeiler Einwohner. Entscheidend für die Weiterentwicklung der Stadt nach dem 2. Weltkrieg war die Ansiedlung der Zuckerfabrik Franken (1959), die ca. 300 Arbeitsplätze und bedeutende Steuereinnahmen brachte. Es folgte 1965 die Ansiedlung des Möbelwerks Milewski (heute Zeiler Möbelwerk) und des Textilwerks Dr. Majngarten. Im Jahre 1991 waren von 2515 Erwerbspersonen in Zeil und den Stadtteilen 21 in der Landwirtschaft, 1965 im produzierenden Gewerbe, 154 im Handel, Verkehr und Transportwesen, und 375 in den übrigen Wirtschaftsbereichen tätig.


Fremdenverkehr

Seit einigen Jahren beträgt die durchschnittliche Zahl an Übernachtungen in Zeil am Main ca. 10.000. Ca. 200 Betten in Hotels, Pensionen, Privatunterkünften, Gasthöfen und ein Naturfreundehaus. Gepflegte Gaststätten, gute Eigenbauweine, eine moderne, großzügig ausgestattete Bibliothek mit öffentlichem Internetzugang, ein Hallenbad, Sportanlagen, markierte Rad- und Wanderwege durch den Naturpark Haßberge und durchs Maintal laden zu Urlaub und Erholung ein.


Sehenswertes

Marktplatz mit Rathaus und Fachwerkhäusern, katholische Pfarrkirche St. Michael und Anna-Kapelle, reichgeschnitztes Fachwerkhaus Hauptstraße 3, Obere Torstraße und Finanzamt (ehem. Fürtsbischöfliches Jagdschloß), Stadtturm und Probstenhof, Stadtmauerblick, "Alte Freyung" und Fachwerkhäuser in der Speiersgasse, Kreuzfriedhof mit gotischer Kapelle und Golgatha-Kapelle, Zeiler Käppele mit weitem Blick ins Maintal.


Geschichte

Erstmals 1018 urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort als Exklave des Hochstifts Bamberg zu einer kleinen Stadt, die aus Ackerbau und Viezucht, Obst- und Weinbau, aber auch aus der vielseitigen Verarbeitung des Mainsandsteins den Lebensunterhalt für ihre Bürger zog. 1379 erhielt Zeil Stadtrecht. Zwei Burgen gaben dem mauerumschlossenen Ort zusätzliche Sicherheit. Die Geschichte der Stadt und ihrer Stadtteile spiegelt sich in einer dreibändigen Chronik wieder. Heute ist Zeil eine lebendige Kleinstadt, in der sich Industrie, Handel und Handwerk entwickelt haben, ohne den Fremdenverkehr zu beeinträchtigen. Bedeutende, nach 1945 angesiedelte Industriebetriebe tragen den Namen der Stadt in die ganze Welt.


Besonderes

Die malerische Pracht der Fachwerkhäuser entfaltet sich besonders am Marktplatz, der "guten Stube" der Stadt. Schmale Seitengassen, malerische Winkel und Reste der alten Stadtbefestigung vermitteln das Gefühl von Geborgenheit. Besucher rühmen die freundliche Aufgeschlossenheit und den Frohsinn der Bevölkerung und die gepflegte Gastlichkeit.
An den Südhängen der Haßberge wächst ein vorzüglicher Wein, der in behaglichen Lokalen angeboten wird. Die Zeiler sind stolz darauf, dass in ihren Mauern Alberich Degen geboren wurde, der als Ebracher Abt die Silvaner-Rebe 1665 nach Franken brachte. Sie haben ihm in den Weinbergen ein Denkmal gesetzt und 1995 den nach ihm benannten Weinwanderweg Abt-Degen-Steig eröffnet.